Amir Shapourzadeh: Mein Ziel ist die Bundesliga

Amir Shapourzadeh schaffte einst in Rostock den Durchbruch in den Profifußball. 54 Ligaspiele und vier Tore stehen für den FC Hansa Rostock zu Buche. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga ging es für den Deutsch-Iraner über Frankfurt in sein Geburtsland Iran.

Amir Shapourzadeh schaffte einst in Rostock den Durchbruch in den Profifußball. 54 Ligaspiele und vier Tore stehen für den FC Hansa Rostock zu Buche. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga ging es für den Deutsch-Iraner über Frankfurt in sein Geburtsland Iran. Wir sprachen mit ihm über seine aktuelle Situation bei Steel Azin Teheran, den iranischen Fußball sowie seine sportliche Zukunft.

Amir, nach deinem Wechsel vom FSV Frankfurt in den Iran spieltest du mit den ehemaligen Bundesliga- und Nationalspielern Ali Karimi, Mehdi Mahdavikia und Ferydoon Zandi beim Steel Azin FC in deiner Geburtsstadt Teheran. Trotz der gewaltigen Einkaufstour des Clubbesitzers stieg das Team am Ende der Saison 2010/11 aus der Iranian Pro League (IRP) ab. Wie kam der Transfer zustande und was passierte in deiner zweiten Saison?

Ein Transfer in den Iran stand immer im Raum. Besonders nachdem ich auch für die Nationalmannschaft gespielt habe, wurden die Anfragen immer mehr. Nachdem mich der Verein Steel Azin Tehran kontaktiert hat und mir gesagt hat, was sie für Ziele verfolgen und welche Spieler, neben mir, verpflichtet werden bin ich daraufhin in den Iran geflogen, um mir ein Bild vor Ort zu machen. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war das Gespräch mit dem Verein und dem Trainer. Außerdem kannte ich ja auch den ein oder anderen Spieler mit denen ich mich dann ausgetauscht habe.

Das erste Jahr verlief gut und erfolgreich. Wir haben nur ganz knapp die Qualifikation zur Asiatischen Champions-League verpasst und ich wurde drittbester Scorer der Liga. Doch im zweiten Jahr wollte der Verein unbedingt Meister werden und hat dementsprechende Maßnahmen – trotz des sehr erfolgreichen Saison – ergriffen, wie z.B. Trainerentlassung, Manager und Sportdirektorwechsel und zehn unserer Spieler, die sich noch keinen Namen gemacht hatten, entlassen bzw. die Verträge nicht verlängert. Es wurden nur noch Spieler nach Namen verpflichtet. Von da an kam es zu vier Trainerwechseln, drei Managerwechseln und Suspendierungen einiger Spieler, was enorme Unruhe und Chaos in den Verein und die Mannschaft gebracht hat. Die gute Stimmung und der Teamgeist waren dahin.

Zurück zur Familie oder die sportliche Herausforderung, welche waren Hauptgründe für den Wechsel in dein Heimatland 2009?

Definitiv die sportliche Herausforderung, denn ich hatte die Möglichkeit wieder in der ersten Liga zu spielen und den Eindruck, dass sie bei Steel Azin Tehran was Großes aufbauen wollen.

Was ist das Besondere am iranischen Ligafußball und welche Unterschiede bestehen im Vergleich zur deutschen Bundesliga?

Die Fans im Iran sind besonders fanatisch und jeder im Land liebt Fußball. Wir hatten teilweise Spiele bei denen über 80.000 Zuschauer, nur Männer, im Stadion waren. Generell ist der Deutsche Fußball sehr professionell aufgebaut und es wird in verschiedenen Bereichen viel investiert (Jugendarbeit, Organisation, super Stadien, Werbung etc.), anders als im Iran. Der Fußball im Iran ist technisch sehr gut, in Deutschland wird wiederum mehr Wert auf Physis und Taktik gesetzt.

In welchem Verein und welcher Liga spielst du derzeit? Wo hältst du dich fit?

Eigentlich bin ich noch bei Steel Azin unter Vertrag, da mein Vertrag noch bis nächsten Sommer läuft. Aufgrund von fehlenden Zahlungen aus der letzten Saison bin ich nach der Vorbereitung abgereist und bin momentan mit denen im Rechtsstreit. Dadurch, dass ich in Hamburg groß geworden bin und auch meine Familie und Frau hier wohnen, halte ich mich momentan bei FC St. Pauli II fit und mache nebenbei Zusatzschichten mit meinem Personaltrainer. Ich bin dem Verein dankbar, dass Sie mir die Möglichkeit sofort gegeben haben mitzutrainieren.

Vier Länderspiele für den Iran stehen in deiner Vita. Wie sieht aktuell die Verbindung zum Nationalteam, dem Team Melli, um Cheftrainer Carlos Queiroz aus?

Ich habe momentan keinen Kontakt zur Nationalmannschaft und dem neuen Trainer.

Die Wechselperiode im Winter naht. Gibt es demnächst ein Widersehen in der Bundesliga?

Ich hoffe, dass ich schnellstmöglich meine Freigabe von der FIFA erhalte und somit im Winter ablösefrei wechseln kann. Außer kleiner Wehwehchen bin ich Gott sei dank bis jetzt verletzungs- und operationsfrei und somit fühle ich mich auch körperlich fit. Mein Ziel ist es definitiv wieder Bundesliga zu spielen.

Nach deinem Weggang vom FC Hansa Rostock, bei dem du den Sprung in den Profifußball schafftest, ging es für die Mannschaft bis in die dritte Liga hinunter. Verfolgst du die Geschehnisse in Rostock und hast noch Kontakte in die Hansestadt?

Klar verfolge ich die Spiele und die Situation beim FC Hansa, da ich viereinhalb Jahre dort gespielt habe und es eine tolle und erfolgreiche Zeit war. War gerade am Wochenende dort und habe mir das Spiel gegen Pauli live im Stadion angeschaut und dort viele alte Bekannte und Freunde getroffen.

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Von Martin

Martin ist seit den 1990ern Hansa-Fan und gründete 2001 das Online-Magazin HANSA NEWS, welches er bis heute betreibt.

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