Hansa bricht nach Eigentor zusammen

Der FC Hansa Rostock hat das eminent wichtige Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 am Freitagabend mit 1:2 (1:0) verloren. Einmal mehr war es eine unnötige Niederlage, die sich der FCH in einem Duell mit einem direkten Kontrahenten erlaubt hat.

Der FC Hansa Rostock hat das eminent wichtige Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 am Freitagabend mit 1:2 (1:0) verloren. Einmal mehr war es eine unnötige Niederlage, die sich der FCH in einem Duell mit einem direkten Kontrahenten erlaubt hat. Trainer Wolfgang Wolf musste kurzfristig auf Mittelfeldspieler Timo Perthel verzichten, der sich einen Tag vor dem Spiel eine Schulterverletzung zugezogen hatte und auf noch unbestimmte Zeit ausfällt. Für ihn rückte Tobias Jänicke auf die offensive linke Außenbahn. Sonst baute der Hansa-Coach auf jene Elf, die zuletzt in Aachen einen Punkt geholt hat und zum ersten Mal nach dreieinhalb Monaten wieder ohne Gegentor blieb.

Die Rostocker begannen gut und druckvoll. Ein Versuch von Jänicke ging knapp vorbei (6.), Mintal vertändelte (10.), Borg hatte seine erste Chance (11.) und noch einmal Mintal mit einem Kopfball (14.). Dann die 21. Spielminute – nach einem Foul an Tobias Jänicke zeigt der junge Schiedsrichter Sascha Stegemann auf den Punkt. Den fälligen Strafstoß verwandelt dann Freddy Borg sicher zum völlig verdienten 1:0! Das dritte Tor im vierten Spiel für den neuen Publikumsliebling! Auch nach dem 1:0 blieb der FCH die spielbestimmende Mannschaft und drückte auf Treffer Nummer zwei. Borg scheiterte am Keeper der Gäste (26.), ein toller Schuss von Janecka ging knapp daneben (27.), Jänicke (35.) und Jordanov (40.) mit den nächsten Chancen. Von den Gästen war bis dato rein gar nichts zu sehen.

Auch in die zweite Hälfte starteten die Rostocker dann besser. Nach starkem Zusammenspiel zwischen Mintal und Jänicke scheiterte Jänicke dann mit zu schwachem Abschluss am Torwart der Ingolstädter (49.). Fast im Gegenzug besorgt ein Rostocker dann aber das Tor – Stephan Gusche traf unbedrängt und unhaltbar per Kopf ins eigene Tor (50.). Zunächst bestimmte der FCH nach diesem schweren Rückschlag weiter das Spiel und hatte durch Mintal (53., Schuss geblockt), Borg (63.), Jänicke (70.) und den eingewechselten Weilandt (71.) die nächsten Gelegenheiten. Dann ein Konter der Gäste, der clever bis zum Ende durchgespielt wurde und plötzlich lag Ingolstadt mit 2:1 vorne (72.). Nach diesem Rückschlag fiel dem FCH nur noch sehr wenig ein. Es wurden viele lange Bälle gespielt, dem Spiel des FCH mangelte es nun eindeutig an Konstruktivität und Genauigkeit. Da war es für die Gäste recht einfach zu verteidigen. Ein Schuss des eingewechselten, nicht austrainierten Kevin Pannewitz (79.) und ein halb Schuss, halb Hereingabe des immer schwächer werdenden Tobias Jänicke (89.) – das war die „Schlussoffensive“ der Gastgeber in diesem so wichtigen Spiel. Für den FCH wird es im Tabellenkeller der zweiten Bundesliga langsam zappenduster…

Trainerstimmen

Wolfgang Wolf (Rostock): Diese Niederlage tut unglaublich weh, besonders weil sie unnötig war. Die erste Halbzeit war in Ordnung. Wir haben offensiv gespielt, keine Konter zugelassen, die gegnerischen Stürmer gut im Griff gehabt und uns selbst einige Torchancen rausgespielt. Leider haben wir uns selbst um den Lohn gebracht, weil wir das zweite Tor nicht gemacht haben. Stattdessen bringen wir Ingolstadt wieder zurück ins Spiel durch ein unglückliches Eigentor von Stephan Gusche, der bis dahin ein gutes Spiel gemacht hat. Anschließend wollten wir zu schnell zu viel und haben den entscheidenden Fehler gemacht, der zum Konter und zum 1:2 führt. Danach war viel Unruhe im Spiel und Ingolstadt hat das Spiel gut nach Hause gebracht. Es wird jetzt nicht leichter für uns, zumal Matthias Holst mit der 5. Gelben Karte nun fehlt. Viele schreiben uns jetzt ab, aber wir stehen auf und werden da punkten, wo keiner mit uns rechnet.

Tomas Oral (Ingolstadt): Wir sind unglaublich glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir wussten, dass es mental und aufgrund der Tabellensituation ein schweres Spiel wird. Nach einer unglücklichen Entscheidung beim Elfmeter war es umso schwieriger, wieder ins Spiel zu kommen. Es ist auch jetzt noch schwer für mich, die richtigen Worte zu finden und das Spiel zu verarbeiten. Es war ein sehr kampfbetontes Spiel und wir wussten, dass der Gegner zu Hause offensiv agieren wird. Kompliment an die Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit Moral bewiesen und nicht unverdient gewonnen hat. Ich wünsche Hansa von Herzen alles Gute, auch wenn wir Kontrahenten sind. Es wäre schon, wenn am Ende beide Mannschaften über dem Strich stehen.

2. Bundesliga 2011/12, 23. Spieltag
FC Hansa Rostock – FC Ingolstadt 04 1:2 (1:0)

Rostock: K. Müller – Janecka, Holst, Gusche (78. Pannewitz), Pelzer – Wiemann (76. Schied), R. Müller, Jordanov (67. Weilandt), Mintal, Jänicke – Borg.

Ingolstadt: Özcan – Görlitz (82. Caiuby), Matip, Gunesch, Schäfer – Ikeng, Bambara, Heller, Buchner – Leitl, Nemec (81. Akaichi).

Tore: 1:0 Borg (22, Strafstoß), 1:1 Gusche (50., Eigentor), 1:2 Ikeng (72.).

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel).

Gelbe Karten: Janecka, Holst – Bambara, Ikeng.

Zuschauer: 12.800 in der Rostocker DKB-Arena.

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Von Arne Taron

Arne arbeite schon seit vielen Jahren als Freier Journalist in Rostock. Zu seinen "Steckenpferden" gehören im Rostocker Sport u.a. die Berichterstattung über den Rostocker Eishockey Club (REC). Zudem berichtet er in der lokalen Sportpresse über den Nachwuchs des FC Hansa Rostock und nicht zuletzt auch über den Rostocker Kreisfußball.

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