Kapitän Beinlich: Ein Sieg der Moral

Mannschaftskapitän Stefan Beinlich sprach nach dem Spiel von einem „Sieg der Moral“. Für den angedeuteten Punktedreier reichte es am Ende leider nicht, dafür aber für einen über weite Strecken des Spiels nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtspunkt.

Mannschaftskapitän Stefan Beinlich sprach nach dem Spiel von einem „Sieg der Moral“. Für den angedeuteten Punktedreier reichte es am Ende leider nicht, dafür aber für einen über weite Strecken des Spiels nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtspunkt. Drei Treffer in neun Minuten brachten die Wende zum Guten.

Im Karlsruher Wildparkstadion legten die Hausherren vor 27 000 Zuschauern los wie die Feuerwehr. Bis zur Halbzeit hatten der Spitzenreiter der Zweiten Liga gleich drei Tore im Rostocker Kasten untergebracht. Zuvor kassierte Hansa-Schlussmann Mathias Schober ganze sechs Gegentreffer in zwölf Partien, nun waren es in nicht einmal einer halben Stunde drei Buden. Ein schulmäßig abgeschlossener Kopfball von Kapllani (5.), ein 40-Meter-Freistoß von Porcello (16.) sowie ein Treffer vom Südafrikaner Carnell (28.) machten das Pausendebakel für die Hanseaten perfekt. Die Gäste versteckten sich jedoch auch bei diesem Ergebnis nicht und spielten weiter mit, blieben im Gegensatz zum KSC aber ohne Torerfolg.

Nach dem Seitenwechsel vorerst das gleiche Bild. Bis zur 53. Minute, da tauchten die Rostocker plötzlich energisch vor dem Miller-Gehäuse auf. Kerns Schussversuch blockt Verteidiger Eichner noch ab, doch Shapourzadehs Nachschuss trudelt zum ersten Mal ins gegnerische Netz – der 1:3 Anschluss und wieder Hoffnung. Nur zehn Minuten später wieder Ernüchterung: Frederico stürmt auf die unsortierte Gäste-Defensive und legt ab auf Freis, der den alten Torabstand wiederherstellt.

Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf nimmt Kapitän Beinlich vom Feld (77.) und bringt mit Bülow mehr Stabilität in die Defensive. Das Spiel ist so gut wie gelaufen und geht in die Schlussviertelstunde. Eine Yelen-Ecke wehrt Ex-Hanseat Aduobe per Kopf zu kurz ab, Shapourzadeh nimmt maß und trifft aus etwas 20 Metern zum wiederholten Anschluss (78.). Drei Minuten darauf serviert Kern für Rahn, der straff zum 3:4 vollendet.

Die Badener wirken nun vollkommen verunsichert und konsterniert. Alle Angriffsaktionen schirmen Gledson und Ersatzkapitän Madsen selbstsicher ab. Das Motto der ersten halben Stunde „Jeder Schuss ein Treffer“ trifft jetzt auf die Gäste zu. Den letzten Stich setzt der eingewechselte Cetkovic, der einen schönen Rahn-Querpass in den Rücken der KSC-Abwehr über die Linie drückt. Nun kennt die Freude keine Grenzen mehr. Die komplette Hansa-Bank springt auf und ist auf der Jagd nach dem Schützen. Der ist auf dem Weg in die Fankurve und kassiert die (unsinnige) Gelbe Karte für seinen Trikotjubel.

Auf der Anzeigetafel leuchtet noch drei Minuten das „Vier zu vier“, dann pfeift Schiedsrichter Kinhöfer die überdurchschnittlich unterhaltsame Zweitliga-Spitzenpartie des 13. Spieltags ab und teilt gleichzeitig zwei Freuden- und Trübsallager auf dem Rasen.

2. Bundesliga 2006/07, 13. Spieltag
Karlsruher SC – FC Hansa Rostock 4:4 (0:3)

Karlsruhe: Miller – Dick, Franz, Eggimann, Eichner, Aduobe, Federico, Porcello, Carnell, Freis (81. Mutzel), Kapllani.

Rostock: Schober – Langen, Sebastian (46. Madsen), Gledson, Stein, Beinlich (77. Bülow), Rydlewicz (61. Cetkovic), Rahn, Yelen, Kern, Shapourzadeh.

Tore: 1:0 Kapllani (6.), 2:0 Porcello (16.), 3:0 Carnell (28.), 3:1 Shapourzadeh (54.), 4:1 Freis (63.), 4:2 Shapourzadeh (78.), 4:3 Rahn (81.), Cetkovic (87.).

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne).

Zuschauer: 27 000 im Karlsruher Wildparkstadion (ausverkauft).

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Von Martin

Martin ist seit den 1990ern Hansa-Fan und gründete 2001 das Online-Magazin HANSA NEWS, welches er bis heute betreibt.

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