Verrückter Saisonauftakt: So kann es gerne weitergehen

Unser Kolumnist schreibt über den verrückten Saisonstart, ein krummes Schumacher-Tor und über Muttis Nordhäuser-Mandarinen-Likör nach dem Roßbach-Siegtreffer.

Moin, oh man Leute, was für ein verrückter Saisonauftakt! Nach drei Spieltagen zwei Siege und ein peinliches Aus im Pokal, also wenn dieser Anfang eine Art Blaupause für die restliche Saison ist, dann sollte man sich jetzt schon um nen Termin beim Kardiologen des Vertrauens kümmern. Nee im Ernst, da war das Testspiel gegen Bröndby. Klar sind die nicht mit der ersten Garnitur angereist, aber wir haben einen 1:0-Rückstand in einen 3:1-Sieg gedreht – stark, war in der letzten Spielzeit oft nicht der Fall. Und wie zur Bestätigung kommt dann dieses komische 0:1 zuhause gegen den falschen FCH. Was war das denn bitte für ein Spiel?! Nervosität, Vorbereitungsmüdigkeit oder „Kopf noch im Urlaub“ egal was es war, mein erster Gedanke nach dem Spiel: Geht denn das mit unserer Heimschwäche jetzt grad so weiter? (Und HANSA-Kumpel Robin antwortete: Schlechtes Spiel, das hat mir Angst gemacht) Dazu noch die Verletzung von unserem tätowierten luxemburgischen „Real-Besieger“, da brauchte man schon die ersten Beruhigungstropfen.

Und mit dem Eindruck ging es dann nach Hamburg zum Topfavoriten der Liga. Mal ehrlich, hat vor dem Spiel irgendjemand nen Euro auf HANSA gesetzt? Ich wollte das Spiel nicht mal live verfolgen, tat es ab der 2.Halbzeit mit unserem Fanradio dann doch und der Puls ging schon wieder durch die Decke. Als alle schon mit nem Punktgewinn zufrieden waren, macht der Kevin Schumacher so ein krummes Tor – ich glaube meinen Torschrei hat man noch Straßenzüge weiter gehört. Einfach nur geil!

Dann das Pokalwochenende: Ich hatte schon nach der Auslosung gesagt, dass da ordentlich Blamier-Potenzial drinsteckt, leider wurde es ja dann auch peinlich. Natürlich nicht unser Fansupport, der war erstklassig, aber das Spiel.? Klar, wäre der Kopfball von Verhoeck ins Tor statt an die Latte gegangen, wäre das Spiel anders verlaufen. Und vielleicht hätte Kolke das Ding gegen uns auch gehalten, aber „wäre, wäre Fahrradkette“ (L. Mathäus, Fußballphilosoph). Nach dem Spiel war ich dann komplett raus, was die Prognosen für das Heimspiel gegen Bielefeld betraf. Davor gab es aber erst noch eine Stadionführung in unserem „Wohnzimmer“ anlässlich des 50. Geburtstags meines Bruders. Ach ja, und die 140.000€-Strafe vom DFB über die gleich wieder jeder berichten musste. Okay, mit nem Einzug in die zweite Pokalrunde hätte man das locker bezahlen können …. aber lassen wir das. Dass die Strafe viel zu hoch ist, ist klar. Und klar ist auch, dass Szenen wie die hinter der Süd während und nach dem Spiel gegen den Hamburger Stadtteilverein Scheiße sind und sowas keiner braucht! Aber ne Strafe wegen fünf Klopapierrollen, die zu ner einminütigen Spielunterbrechung führten, das ist definitiv peinlich kleinlich. Allerdings kann ich die Damen und Herren vom größten Einzelsportverband der Welt verstehen, auch die mussten, coronabedingt, zwei Jahre auf Strafeinnahmen verzichten. Die Kassen sind leer! Da zählt man lieber auch den abgebrannten Streichholz im Stadion als Bengalo und hängt an die Strafsumme einfach noch ne Null ran – Fußballmafia. Da ich dies allerdings am Nachmittag nach dem Bielefeldspiel schreibe, ist meine Wut gerade doch eher polemischer Natur (und ich erspare uns zynische Kommentare zur lächerlichen Nachhaltigkeitsminute bei den Pokalspielen).

Flutlichtspiel im Ostseestadion! Das letzte Mal habe ich das Ende Juli 2019 gegen die kleinen Bayern erlebt und auch diesmal wollten mein Bruder und ich hin (schließlich haben wir zusammen unseren FCH noch nie verlieren sehen), aber in der 2. Liga wird später angestossen, was dazu führt, dass man ohne Auto nach dem Spiel nicht mehr aus Rostock ins beschauliche Teterow kommt. Und so saß ich mit Vater und Mutter im elterlichen Wohnzimmer und schaute das Spiel im TV. Müßig zu erwähnen, dass ich auch diesmal die Nachbarschaft zusammen brüllte. War das schön, als „Helmut“ Roßbach das 2:1 machte, Mutti noch nen Nordhäuser-Mandarinen-Likör nachschenkte und dann endlich Schluss war. So kann es gerne weitergehen, zum Beispiel in Darmstadt. Und da bin ich dann tatsächlich wieder im Stadion dabei!

AHU und Sport frei
vom Rhein an die Ostsee
Olaf Peters

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Von Olaf Peters

Olaf Peters, Jahrgang 1971, war mit sieben das erste Mal im Ostseestadion und leidenschaftet seit dem mit unserem FCH.

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