Vortrag zum Fußballsport in Rostock zwischen 1933 und 1945

Diplom-Museologe und RFC-Fan Heiko Meuser berichtet im Peter-Weiss-Haus von seinen Recherchen zur Rostocker Fußballgeschichte. Der Vortrag soll einen Einblick in die Entwicklung des organisierten Fußballsports in Rostock zwischen 1933 und 1945 ermöglichen.

Diplom-Museologe und RFC-Fan Heiko Meuser berichtet am Donnerstag im Peter-Weiss-Haus von seinen Recherchen zur Rostocker Fußballgeschichte. Der Vortrag soll einen Einblick in die Entwicklung des organisierten Fußballsports in Rostock zwischen 1933 und 1945 ermöglichen.

In Deutschland begeisterte der Fußballsport seit dem Ende des 1. Weltkriegs die Massen. Die nationalsozialistische Führung förderte nach der Machtübernahme 1933 die Ausübung des populären Spiels nicht nur zur körperlichen Ertüchtigung. Für den Erfolg im sportlichen Wettkampf verlangte man die unbedingte Ein- und Unterordnung in Mannschaft und Verein und legte damit Tugenden an, die später auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs gefordert waren. Die angestrebte „Neuordnung des deutschen Sports“ im nationalsozialistischen Sinne zielte auf einen staatlich kontrollierten Sportbetrieb, der bisher hauptsächlich auf der Basis von Vereinen organisiert war. Auch in Rostock sollte sich die Vereinslandschaft im Laufe der folgenden Jahre vollkommen verändern. Zunächst verbot man die Arbeitersportvereine und schloss jüdische SportlerInnen aus. Militär- und Firmensportvereine wie vor allem der Heinkel-Sport-Club wuchsen zu einer starken Konkurrenz für die damaligen Traditionsclubs heran, die nun in Großgemeinschaften zusammengeschlossen wurden.

Die Rostocker Mannschaften spielten in verschiedenen Klassen bis auf mecklenburgischer Bezirksebene. Vierstellige ZuschauerInnenzahlen wurden vor allem bei Gastspielen höherklassiger Gegner erreicht. Aber auch die traditionellen Rostocker Derbys und die Spiele gegen Schweriner Mannschaften fanden größeres Interesse. Dabei kam es auch zu Beschimpfungen und körperlichen Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld und auf den Rängen, was damals als “Vereinsfanatismus” kritisiert und verurteilt wurde.

Der Zweite Weltkrieg erschwerte zwar zunehmend den Sportbetrieb, der jedoch zur „Stärkung der Heimatfront“ bis Kriegsende weiter organisiert wurde. Man schätzte Fußballspiele als Mittel zur Aufrechterhaltung der Moral durch Ablenkung vom Alltag der Rostocker Bevölkerung, vor allem nachdem diese den Krieg durch die alliierten Luftangriffe unmittelbar erlebte. So wurde der Ligabetrieb in der Stadt bis in den Sommer 1944 aufrecht erhalten.

Politischer Donnerstag

Am Donnerstag, den 9. Februar, berichtet Diplom-Museologe und RFC-Fan Heiko Meuser um 20.00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21, von seinen Recherchen zur Rostocker Fußballgeschichte. Der Vortrag soll einen Einblick in die Entwicklung des organisierten Fußballsports in Rostock zwischen 1933 und 1945 ermöglichen. Dabei stehen die damals Beteiligten im Blickpunkt: Vereine, Aktive, Funktionäre und ZuschauerInnen. Ihr Handeln aufgrund der jeweiligen Interessen innerhalb der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bietet eine Vorstellung davon, wie die „Volksgemeinschaft“ in Rostock funktionierte.

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Von Redaktion

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