Was für ein Fußballabend

In einem wahren Fußballknaller hat der FC Hansa Rostock mit 1:0 gegen Alemannia Aachen gewonnen. Das Goldene Tor erzielte Antonio di Salvo bereits nach 16 Minuten. Ansonsten hatte das Spiel alles, was das Fußballherz begehrt.

In einem wahren Fußballknaller hat der FC Hansa Rostock mit 1:0 gegen Alemannia Aachen gewonnen. Das Goldene Tor erzielte Antonio di Salvo bereits nach 16 Minuten. Ansonsten hatte das Spiel alles, was das Fußballherz begehrt. Einen Elfmeter, eine Gelb-Rote-Karte – und einen Hansa-Sieg.

Wie erwartet, bot Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf die gleiche Mannschaft auf, die zuletzt in Siegen den ersten Auswärtspunkt holte. Lediglich der wieder genesene Tim Sebastian rückte für Ronald Maul ins Team. In der ersten Viertelstunde ging die Partie hin und her. Beide Mannschaften zeigten sich bemüht, doch in den Strafräumen lief nur wenig zusammen. Einziger „Aufreger“ der Klops von Martin Pohl in der 10. Minute, der den Ball etwas unkontrolliert im Strafraum zu Sebastian spielte, dieser sich unter Bedrängnis nur mäßig befreien konnte. Hansa versuchte mit hohen Bällen zum Erfolg zu kommen, doch dies gelang nicht. Stattdessen zeigten es Kai Bülow und Michael Hartmann, wie es auch anders geht. Bülow holt sich den Ball an der Mittellinie, verschafft sich mit einer Körperdrehung etwas Freiraum. Der Youngster spielt das Leder zu Hartmann, der auf der linken Seite spurtet und die Kugel in den Strafraum gibt. Dort steht di Salvo und zirkelt den Ball mit dem rechten Außenrist unhaltbar für Aachens Keeper Nicht ins Tor. Nach einer kurzen Zittereinlage in der Abwehr fangen sich die Hanseaten wieder und dominieren das Spiel. Marcel Schied (26.) und erneut di Salvo (28.) haben gute Möglichkeiten, auf 2:0 zu erhöhen. Die Aachener Gäste zeigen sich zu diesem Zeitpunkt zu sehr von der doch etwas überraschenden Gastgeber-Führung beeindruckt. Erst allmählich fangen sich die Alemannen wieder und drängen mehr in Richtung Hansa-Tor. Doch die Hansa-Abwehr steht, sehr sicher agieren Gledson und Brecko. Die größte Möglichkeit hat Aachen in der 37. Minute, als sich die Hanseaten mit dem Erstellen der Abseitsfalle etwas verschätzen und Schlaudraff Hansa-Keeper Mathias Schober aus Nahdistanz zu einer Glanzparade zwingt. Wenige Augenblicke zuvor scheiterte Di Salvo mit einer Direktabnahme aus gut 20 Metern auf der Gegenseite. Aachen zum Ende der ersten Hälfte nochmals gewillt, den Ausgleich zu erzwingen.

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein packendes und rassiges Duell. Hansa mit zwei Möglichkeiten in der 51. und 52. Minute, doch Prica und Rydlewicz scheiterten. Nach gut einer Stunde kommt Di Salvo im Aachener Strafraum zu Fall, Pinto hatte den Deutsch-Italiener mit einem Ellenbogencheck zu Fall gebracht. Der Linienrichter machte sich erst sehr spät bemerkbar, die wütenden Proteste der Aachener nutzten nichts, Schiedsrichter Kircher zeigte auf den Elfmeterpunkt. Prica, Sukalo und Meijer überboten sich beim „Mätzchen machen“ an der Strafraumgrenze, was vielleicht letztendlich den Ausschlag gab, das Rydlewicz den Ball nicht im Tor unterbrachte. Nicht hielt. Es war Feuer in der Partie, die Möglichkeiten boten sich den beiden Teams nun im Minutentakt: Meijer für Aachen (68.), Schied gegenüber (69.), Schlaudraff aus dem Gewühl heraus (70.) und auch Gledson (72.) versuchte es. Doch die Spannung wurde weiter auf die Spitze getrieben. Miso Brecko sieht nach einem Foul an Koen in der 80. Minute die gelb-rote Karte, Hansa also nur noch mir zehn Mann auf dem Feld. Pagelsdorf reagiert sofort und bringt Kim Madsen für Prica. Das 1:0 soll gehalten werden. Aachen packt nun noch eine Schippe drauf, drückt. Hansa verteidigt mit allen Akteuren. Die Zuschauer feuern ihre Mannschaft an, hoffen und bangen mit Hansa. Drei Minuten werden nachgespielt. Zeit wird „geschunden“, als Magnus Arvidsson für Schied in der 90. Minute ins Spiel kommt. Das Herz rutscht den 11 000 in die Hose, als Gledson im eigenen Strafraum eine knappe Minute vor dem Ende Schober mit dem Kopf „bedient“. Dann aber ist das Spiel vorbei, Hansa hat drei wichtige Punkte erkämpft. Was für ein Fußballabend!

2. Bundesliga 2005/06, 7. Spieltag
FC Hansa Rostock – Alemannia Aachen 1:0 (1:0)

Rostock: Schober – Hartmann, Gledson, Pohl, Brecko – Sebastian, Bülow, Rydlewicz, Prica (81. Madsen) – di Salvo (85. Löw), Schied (90. Arvidsson).

Aachen: Nicht – Noll, Klitzpera (84. Casper), Stehle, Rauw (49. Reghecampf) – Fiel (64. Koen), Schlaudraff, Rösler – Sukalo, Meijer, Pinto.

Tor: 1:0 Antonio di Salvo (16.).

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg).

Besondere Vorkommnisse: Nicht hält Foulelfmeter von Rydlewicz (61.).

Zuschauer: 11.000 im Rostocker Ostseestadion.

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Von Olaf Jenjahn

Olaf Jenjahn war jahrelang Autor und berichtete bei uns aus dem Ostseestadion über die Profis des FC Hansa.

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