Wir standen völlig neben den Schuhen

Direkt nach dem Spiel gegen den Berliner AK musste ich erstmal dafür sorgen, dass meine Emotionen nicht überkochten. Ich war dermaßen gefrustet, dass wir dieses Spiel verloren hatten oder besser gesagt, mit der Art und Weise wie wir verloren hatten, damit kam ich überhaupt nicht klar.

Direkt nach dem Spiel gegen den Berliner AK musste ich erstmal dafür sorgen, dass meine Emotionen nicht überkochten. Ich war dermaßen gefrustet, dass wir dieses Spiel verloren hatten oder besser gesagt, mit der Art und Weise wie wir verloren hatten, damit kam ich überhaupt nicht klar.

In der ersten Halbzeit standen viele, unter anderem auch ich, völlig neben den Schuhen. Wir spielten ohne Leidenschaft, führten die Zweikämpfe viel zu schwach und gerieten so auch relativ früh in Rückstand. Nach einem unnötigen Faul in der Nähe der Eckfahne wurde der darauf folgende Eckball per Kopf verwandelt. Eigentlich zählten Standards, offensiv als auch defensiv bis dahin eigentlich immer zu unseren Stärken, aber wenn man nicht die nötige Einstellung mitbringt, dann bekommt man so auch Gegentore.

Auf dem engen Platz war das Spiel immer sehr hektisch und wir fanden einfach keine Lösung unser Spiel dem Gegner aufzudrängen. Da wurde hier mal gefoult und da mal einer unfair vom Ball getrennt, aber alles nicht so recht als Mannschaft. Jeder hatte zu viel mit sich selbst zu tun, so hatte ich das Gefühl.

In den zweiten 45 Minuten hatten wir uns vorgenommen wenigstens als Mannschaft nicht zu versagen und uns wenigstens keine Vorwürfe machen zu müssen, dass die kämpferische Einstellung nicht stimmte. Doch kurz nach Wideranpfiff ließen sich gleich drei Leute von uns ausspielen, der Gegenspieler passte mir den Ball in den Rücken und hinter mir lief einer rein, der den Ball nur noch verwandeln musste.

Nach dem 0:2 hatte ich kurzzeitig das Gefühl, hier geht ja heute überhaupt nichts mehr, aber das änderte sich fünf Minuten später als ich per Kopf nach einem Standard auf 1:2 verkürzen konnte. Alle Träume, dass wir dieses miserable Spiel noch drehen könnten, wurden dann aber vom Linienrichter zerstört. Als meiner Meinung nach gleich drei gegnerische Spieler nach einem Schuss auf unser Tor im Abseits standen, blieb die Fahne an der Seitenlinie unten und einer der drei Berliner musste den Ball am schon geschlagenen Carsten Busch nur noch vorbeischieben.

Danach bemühten wir uns zwar noch um ein mögliches Anschlusstor, hatten auch noch zwei, drei, gute Möglichkeiten, aber das Glück des Tüchtigen wurde nach dieser verkorksten ersten Halbzeit einfach nicht mehr belohnt.

Eine kuriose Szene gab es aber noch im Spiel, als der Ball eigentlich für mich eindeutig die Seitenauslinie überschritten hatte, der Linierichter direkt daneben stand, da ließ der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen. Und in der direkt darauf folgenden Szene bekam ein Spieler des BAK den Ball im Strafraum an die Hand und es gab einen Pfiff.

Für mich war es klar, es hätte entweder Elfmeter geben müssen oder Einwurf für BAK, weil der Ball dann wohl doch im Aus gewesen war. 😉 Aber weder noch, es gab nach einigen Protesten der Berliner einfach nur Freistoß außerhalb des Strafraums und spätestens da wurde mein Gefühl bestätigt, dass der Schiedsrichter keinen Mumm hatte.

Auch in vielen anderen Situationen, wo es hätte Gelb geben müssen, da blieb der gelbe Karton stecken und dann wiederum in anderen Situationen, wo nichts war, da gab es dann gelb. Naja, aber letztendlich hat nicht der Schiedsrichter das Spiel verloren, sondern wir.

Oberliga Nordost 2005/06, 19 Spieltag
FC Hansa Rostock II – Berliner AK 1:3 (0:1)

Rostock: Busch – Brück, Grundmann, Jahn, Koch – Jonelat – Pett (68.Dojahn), Schwandt – Yelen – C. Lange, Maaßen.

Tore: 0:1 Efe (21.), 0:2 Yilmaz (50.), 1:2 Jahn (55.), 1:3 Aydin (64.).

Schiedsrichter: Frank Hegner (Rathenow).

Gelbe Karten: C. Lange, Busch, Yelen – Efe.

Zuschauer: 80 auf dem Kunstrasenplatz Evershagen.

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Von Patrick Jahn

Patrick war Spieler bei den Hansa-Amateure und schrieb für uns Spielberichte aus seinem Erleben heraus.

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