Bitterer Rückschlag in der Nachspielzeit

Zweiundneunzig Minuten waren gespielt, die Rostocker lagen mit 2:1 in Führung, die Nachspielzeit war abgelaufen und die ganz in weiß spielenden Hausherren im Ballbesitz. Doch anstatt den durchaus verdienten Hansa-Sieg zu besiegeln und das Spiel abzupfeifen ließ Schiedsrichter Doktor Helmut Fleischer weiterlaufen.

Zweiundneunzig Minuten waren gespielt, die Rostocker lagen mit 2:1 in Führung, die Nachspielzeit war abgelaufen und die ganz in weiß spielenden Hausherren im Ballbesitz. Doch anstatt den durchaus verdienten Hansa-Sieg zu besiegeln und das Spiel abzupfeifen ließ Schiedsrichter Doktor Helmut Fleischer weiterlaufen. Sekunden später nutzte Torschützenkönig Ailton die Chance und glich im Gewusel zum 2:2 aus. Was sich wie eine Pechsträhne liest ist in dieser Saison leider traurige Gewissheit, der FC Hansa Rostock wurde ein weiteres Mal um den verdienten Lohn gebracht. 20.000 Zuschauer im Rostocker Ostseestadion riefen auch Minuten nach dem Spiel „Fußballmafia DFB“. Vor allem die Leistung von Referee Fleischer heizte hitzige Diskussionen in einer prekären Situation an.

Aber zurück zum Spiel. Die Jungs von der Ostsee begannen in den ersten zwanzig Minuten mutig und angriffslustig. Beide Neuzugänge, der finnische Nationalspieler Jari Litmanen sowie Michael Hartmann, zeigten bei ihrem Debüt im Hansa-Dress eine überzeugende Leistung. Der Tabellenletzte präsentierte sich in der Anfangsphase vor allen durch Standards gefährlich. Nach einer guten Viertelstunde verflachte das Spiel erstmals. Die Königsblauen Schalker nutzten die erste und einzige Chance der ersten Halbzeit und gingen völlig überraschend durch Ebbe Sand mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber daraufhin sichtlich beeindruckt, gingen ohne weitere Torchance in die Pause.

Kurz nach dem Wideranpfiff bewies Hansa-Trainer Jörg Berger ein glückliches Händchen. Er brachte Rade Prica und Magnus Arvidsson für den enttäuschenden Antonio di Salvo und Thomas Rasmussen. Die Weißen spielten nun wie ausgewechselt. Plötzlich war die Moral wieder da, wie man sie auch schon beim Spiel gegen Meister Werder Bremen beobachten konnte. Gegen harmlose Knappen nahm die Norddeutschen nun das Zepter in die Hand. Nach sechsundsechzig Spielminuten dann der Ausgleich. Der dänische Flügelflitzer David Rasmussen flankte mustergültig auf den eingewechselten Rade Prica, der mit einem schönen Seitfallzieher in die lange Ecke abschloss. Nach weiteren acht Minuten trauten die Hansa-Fans ihren Augen nicht. Seit dem 22. Mai 2004 gingen Schober, Möhrle, Allbäck und Co im heimischen Ostseestadion in Führung. Eine Flanke in den Rücken der Gäste-Abwehr verwertete der freistehende Schwede Magnus Arvidsson zur verdienten Führung für die Hanseaten. Somit traf auch der zweite Joker in weiß. Besonders bitter: fünf Minuten vor Ultimo sah Schweden-Bomber Marcus Allbäck nach einer unnötigen Tätlichkeit die Rote-Karte. Schalkes Angriffsbemühungen wurden seitdem von der Hansa-Abwehr früh gestoppt. Bis zur 93. Spielminute… Überlänge, Ausgleich, Abpfiff.

1. Bundesliga-Saison 2004/05, 20. Spieltag
FC Hansa Rostock – FC Schalke 04 2:2 (0:1)

Rostock: Schober – Hartmann (82. Rydlewicz), Möhrle, Hill, Maul – Persson – D. Rasmussen, Litmanen, T. Rasmussen (57. Prica) – Allbäck, di Salvo (57. Arvidsson).

Tore: 0:1 Sand (25.), 1:1 Prica (66.), 2:1 Arvidsson (73.), 2:2 Ailton (90+3.).

Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Sigmertshausen).

Gelbe Karten: Hill, Maul.

Rote Karte: Allbäck (85., Tätlichkeit).

Zuschauer: 24.000 im Rostocker Ostseestadion.

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Von Andreas Steinborn

Andreas schrieb zu Bundesliga-Zeiten über unseren FC Hansa.

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