Das waren ein paar Hamburger zu viel

Am Sonntagabend stand das gewohnt brisante Nordderby zwischen dem FC Hansa Rostock und dem Hamburger SV im Rostocker Ostseestadion auf dem Programm des 13. Bundesliga-Spieltags. Doch dessen Ausgang hätte man so sicherlich nicht erwartet.

Am Sonntagabend stand das gewohnt brisante Nordderby zwischen dem FC Hansa Rostock und dem Hamburger SV im Rostocker Ostseestadion auf dem Programm des 13. Bundesliga-Spieltags. Doch dessen Ausgang hätte man so sicherlich nicht erwartet. Laut Statistik und den vergangenen Partien sowie der permanenten Heimschwäche der Hansa-Kogge gingen die Hamburger leicht favorisiert in dieses Hanseaten-Duell.

Doch das was man ab 17:30 Uhr von den weiß-blauen Rostockern auf dem grünen Rasen beobachten konnte, hatte nichts mit der geringsten Gegenwehr gegen das Heim-Syndrom zu tun. Sie erschracken förmlich vor den bissigen HSVern, unter denen mit Trainer Thomas Doll, Keeper Martin Pieckenhagen, Routinier Stefan Beinlich und Sergej Barbarez gleich vier Ex-Rostocker zu finden waren. Die Gäste kamen super ins Spiel. Den ersten Treffer jedoch schossen die weiß-blauen Gastegeber, dieser schlug sich jedoch aufgrund einer Abseitsposition nicht im Ergebnis nieder. Zählbares errangen hingegen die schwarz-rote Doll-Elf. In der zwanzigsten Spielminute eröffnete der eingewechselte Benjamin nach Flanke von Stefan Beinlich per Kopf den Torreigen. Nur fünfzehn Minuten später klingelte es wiederum im Kasten von Keeper Mathias Schober. Ein unnötiger Fehlpass von Delan Hill leitet die ganze Szenerie ein. Die Rostocker waren aufgrund eines Schuhwechsels von Magnus Arvidsson nur mit zehn Mann auf dem Feld und so schlug es durch den Tschechen Jarolim ein zweites Mal ein. Den Halbzeit-Endstand besorgte der Japaner Takahara mit einem sehenswertes Fernschuss ins rechte Toreck – Schober ohne Chance.

In der zweiten Hälfte steigerte sich die Passivität der Rostocker und so spielten die Hamburger weiter ihren Stiefel runter. Ohne Wechsel in der Pause bekamen die „Hausherren“ nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff den vierten Gegentreffer serviert. Diesmal schrieb sich Moreira nach Vorarbeit von Barabarez in den Torreigen ein. Im weiteren Spielverlauf, ohne diesen weiter zu erörtern, trafen wiederum Jarolim sowie der eingewechselte Romeo. Endergebnis sage und schreibe 0:6, das gab es zuvor in der Bundesliga noch nie im Ostseestadion. Bittere und doch wohl nötige Konsequenz nach dem Spiel: Cheftrainer Juri Schlünz ließ sich vom Vorstand für weitere Arbeiten auf seinem Posten befreien.

1. Bundesliga 2004/05, 13. Spieltag
FC Hansa Rostock – Hamburger SV 0:6 (0:3)

Rostock: Schober – Möhrle, Persson, Hill – Lantz (69. Lapaczinski) – D. Rasmussen, Rydlewicz, T. Rasmussen (77. Maul) – Arvidsson, di Salvo, Prica.

Tore:0:1 Benjamin (20.), 0:2 Jarolim (35.), 0:3 Takahara (42.), 0:4 Moreira (47.), 0:5 Jarolim (63.), 0:6 Romeo (83.).

Schiedsrichter: Jürgen Jansen (Essen).

Zuschauer: 18 000 Zuschauer im Rostocker Ostseestadion.

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Von Martin Schuster

Martin ist seit den 1990ern Hansa-Fan und gründete 2001 das Online-Magazin HANSA NEWS, welches er bis heute betreibt.

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